Modellregion Süd

Diakonie Hessen

Um Erkenntnisse für die gelungene Vernetzung im Sozialraum, insbesondere der Diakonie und der Kirchengemeinden und darüber hinaus mit anderen Akteuren zu gewinnen, werden fünf Modellregionen intensiv begleitet. Diakonie und Kirche wollen die Vernetzung in den Mittelpunkt stellen und herausbekommen, was gelingende Faktoren, gute Strategien, Konzepte und Verfahren, aber auch was Hemmnisse und Probleme sind, um eine aktive Nachbarschaft mit Diakonie und Kirchengemeinden umzusetzen. Diese Seite stellt die Modellregion Süd vor, die anderen Regionen sind: Nord, OstWest und die grenzüberschreitende Region Kehl-Strasbourg.

Die Diakonie Hessen hat Gemeinwesen- und Gemeindeorientierung als Maxime der Sozialen Arbeit definiert und fördert konsequent die Vernetzung in allen Handlungsfeldern. Das Arbeitsfeld „Existenzsicherung, Armutspolitik und Gemeinwesendiakonie“ vereint verschiedene Dienste, Einrichtungen, regionale Diakonische Werke, Mitgliedseinrichtungen, Dekanate und Kirchengemeinden. Unter dem Dach des Landesverbandes werden verschiedene Arbeitsfelder mit diesem Fokus Sozialraumorientierung koordiniert und es wurde eine Vielzahl von Projekten auf den Weg gebracht beziehungsweise umgesetzt. Unter anderem: „Diakonische Gemeinde: Armut bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe fördern“, DRIN (Dabei sein – Räume entdecken – Initiativ werden – Nachbarschaft leben), Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser und „Tafel Plus“. Kernelement und Ausgangslage sind die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Projekte befinden sich in städtischen wie auch in ländlichen Quartieren.

Zielgruppen sind alle Menschen im Sozialraum, in einzelnen Projekten besonders: Menschen in Armut, Migranten, Langzeitarbeitslose, Kinder und Familien, Alleinerziehende.
Beteiligte Träger und Gemeinden sind Soziale Dienste und Einrichtungen, regionale Diakonische Werke, Mitglieder der Diakonie Hessen, Dekanate und Kirchengemeinden. Netzwerkpartner  sind Kommunen und jeweils die Akteure in einem Sozialraum.
Der Arbeitsschwerpunkt Existenzsicherung, Armutspolitik und Gemeinwesendiakonie der Diakonie Hessen wird finanziell und fachlich von der Landeskirche Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unterstützt, das DRIN Projekt beispielsweise mit 3 Mio. Euro: drin-projekt.ekhn.de/startseite.html

Auf dem Titelbild ist zu sehen:

„Brotzeit auf der Insel“: Rund 150 Menschen sitzen am langen Tisch vor der Fuldaer Lutherkirche und teilen Brot und Suppe miteinander.

In der untenstehenden Bildergalerie: Frisch aus dem Garten: Helmut Köhne, Irini und Peter Wilke, Ellen Brill und Koordinatorin Hiltrud Pfleging vom Diakonischen Werk (v. l.) säen, pflanzen, pflegen und ernten gemeinsam im Projekt „Lydias Knolle“.

Wolfgang Gern

Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen

Gemeinwesendiakonie ist unser Protest: Es ist der praktische, leidenschaftliche und hoffentlich liebevolle Protest gegen eine Welt, die trennt zwischen drinnen und draußen. Dabei geht es nicht nur um materielle Armut, sondern auch um die Erfahrung sozialer Ausgrenzung am Ort und häufig fehlende Bildungschancen. Dazu kommt, dass viele ärmere Familien in sozialen Brennpunkten leben, mit denen sie sich auf Grund von Ausgrenzungserfahrungen nicht identifizieren. Daher ist es wichtig, benachteiligte Quartiere als Teil der Wirklichkeit und Gemeinschaft am Ort wahrzunehmen. Hier setzen Gemeinwesenarbeit und Sozialraumorientierung an. Wichtig ist der Perspektivenwechsel mit dem Blick von unten. Diakonie, Kirche und Gemeindehaus werden mit ihren gemeinschaftsbildenden Angeboten ebenfalls verändert – und die Vernetzungsarbeit am Ort wird ansteckend sein. Familienzentren in Verbindung mit Kindertagesstätten, Angebote der Hausaufgabenhilfe, interkulturelle Treffs, die Mitwirkung bei Tafeln, Offene Jugendarbeit und auch die Tagesbetreuung demenzerkrankter Menschen – all das kann ein kräftiges Zeichen sein.